100 Prozent Memmingen

Müllproblematik

Keine Unterflurcontainer....

Keine Unterflurcontainer in Memmingen, aber am Ende der Welt!

Seit Jahrzehnten stehen sie nun in Memmingen, jene inzwischen „unansehlich“ gewordenen gelben Kunststoff –Container an unseren Wertstoffinseln. Ohne die Entsorgungsart zu bewerten kann mit Sicherheit gesagt werden, dass sie einfach „in die Tage gekommen sind“!

Es stellt sich hier die Frage, wie andere Kommunen mit ihren jeweiligen Entsorgungscontainern umgehen. In der Stadt München sollen die wenig ansehlichen Wertstoffcontainer nach und nach gegen Unterflursysteme ausgetauscht werden. Der Werkausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebes München (AWM) beschloss bereits Anfang Juli 2014, dass jährlich etwa 10 bis 20 der insgesamt 1000 Wertstoffinseln der bayerischen Landeshauptstadt unter die Erde verlegt werden sollen. Dabei folgt der öffentlich-rechtliche Entsorger einem Dringlichkeitsprinzip: Wo Entsorgungsnotstand herrscht, soll das neue System als erstes eingeführt werden. In München entsorgen die Bürger ihre Wertstoffe wie Verpackungen aus Plastik und Metall sowie Glas bislang in Containern an den Wertstoffinseln, ähnlich wie in Memmingen. Der Werksausschuss München rechnet mit Kosten von 15 000 bis 30 000 Euro pro Unterflurcontainerstandort, wobei nunmehr 600 000 Euro jährlich in die Hand genommen werden sollen (Quelle: EUWID, RECYCLING UND ENTSORGUNG, 29.2014).

Und Memmingen? Bis heute ist keine Änderung des bisherigen Systems in Sicht. Dabei bieten gerade die Wertstoffsammelstandorte in der Altstadt oder in der näheren Umgebung ein trostloses Bild. So wurde es in Sichtweite des historischen Kemptner Tores im letzten Jahr versäumt, auf moderne Unterflurcontainer umzustellen. In anderen europäischen Ländern prägen längst moderne Unterflurcontainer das jeweilige Stadtbild: Wie sich der Unterzeichner selbst davon überzeugen konnte, stehen sogar am „Ende der Welt“, an der Landzunge des Cap Finisterre in Nordwestspanien neben dem Leuchtturm bereits modernste Unterflurcontainer, siehe beigefügtes Bild. Da darf man sich schon wundern. Was am „Ende der Welt“ möglich ist, müsste doch auch in Memmingen machbar sein!

Heribert Guschewski