100 Prozent Memmingen

Nachruf Dr. Jörg Wilhelm

Nachruf zum Tod von Dr. Jörg Wilhelm,  im Februar 2015

 

Alles hat seine Zeit.

Es gibt eine Zeit der Freude, der Stille,

des Schmerzes, der Trauer,

und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

Vor kurzem hat uns die Nachricht vom Tod unseres CRB-Mitglieds Dr. Jörg Wilhelm erreicht. Der für uns sehr überraschende Heimgang macht uns sehr betroffen. Jörg Wilhelm war seit 1984 Mitglied im CRB und bewarb sich in den Jahren 1996 und 2002 für den Christlichen Rathausblock für ein Stadtratsmandat. Dafür dankt der CRB ganz besonders. Sein Engagement half dem CRB, seine starke Stellung innerhalb des Stadtrats zu behaupten.

Während der langen Jahre seiner Mitgliedschaft im CRB konnte unsere Wählergruppierung an seinen überaus zahleichen Erfahrungen mit Menschen unserer Stadt teilhaben. Er war verlässlich, mit klarer Denkweise und Aussprache und bei so mancher Entscheidung war sein Rat eine gute Hilfestellung.

Der Christliche Rathausblock spricht den Hinterbliebenen sein Beileid aus.

Wir behalten Dr. Jörg Wilhelm in Ehren und Erinnerung.

Für den Christlichen Rathausblock Memmingen

Wolfgang Courage (Fraktionsvorsitzender)

Christoph Steinlehner (Vorsitzender CRB)

Ruth Würfel

Völlig überrascht hat der Christliche Rathausblock Memmingen, haben Fraktion und Vorstand vom Tod von unserer ehemaligen CRB-Mitglied Ruth Würfel Kenntnis nehmen müssen. Unserer früheren Fraktionskollegin und  langjährigen Weggefährtin sei mit dem Nachruf gedacht.

Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit der Freude,
der Stille, des Schmerzes, der Trauer,
 und eine Zeit der dankbaren Erinnerung

Ruth Würfel wurde am 01. Januar 1983 als Mitglied in den Christlichen Rathausblock aufgenommen. Ihr hohes soziales Engagement für die Allgemeinheit und insbesondere für den Kinderschutzbund Memmingen und damit verbunden ihr unablässiges Wirken für die Schwachen in unserer Gesellschaft sind Beweggründe gewesen, die sie seinerzeit zum Eintritt in den CRB veranlasst haben, folgend dem Wahlspruch des CRB  "für die Menschen unserer Stadt". 

Nach dem unvorhergesehenen Tod des CRB-Bürgermeisters Franz Kolb rückte Ruth Würfel 1988 in den Stadtrat nach. Sie bekleidete das Referat Fremdenverkehr, war als stellvertretende Fraktionsvorsitzende des CRB in den Ersten Senat entsandt worden. In den folgenden Jahren hat sie unter anderem im Personalsenat, Krankenhausausschuss und im dritten Senat gewirkt.

Ihren Wählerauftrag hat Ruth Würfel mit deutlichen Worten und Taten umgesetzt. Ihr Referat und die Arbeit in den Senaten hat sie dank ihres hohen Sachverstandes und persönlichen Einsatzes in besonderer Weise ausgefüllt. Beharrlich hat sie sich für benachteiligte Menschen, insbesondere aber für Kinder, eingesetzt. Für ihre Stadtratstätigkeit brachte sie das erforderliche Durchsetzungsvermögen und Rüstzeug mit. Denn weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus war sie für ihre Arbeit im Kinderschutzbund seit 1975 bekannt.

Herausragend wurde ihr Engagement mit der schrecklichen Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986. Parallel zu ihrer Stadtratstätigkeit und unter Hilfenahme aller ihr zur Verfügung stehenden Kontakte engagierte sie sich nachhaltig um Erholungsaufenthalte kranker Kinder aus Tschernigiv und der dortigen Umgebung in unserem Memmingen.

Einrichtungen wie Spielmobil oder Spielkeller, laufende Betreuung der Kinder von Aussiedlern oder Kinderkulturprogramm zählten ebenfalls zu Meilensteinen ihres öffentlichen Wirkens.

Am wichtigsten war ihr jedoch immer die persönliche und politische Arbeit an der Basis. Hier hat sie ihre Lebenserfahrung und den im Laufe der Jahre erworbenen Sachverstand voll und ganz eingesetzt, um an der richtigen Stelle den Anliegen der Familien und der Kinder sowie den sozial Schwachen die nötige Geltung zu verschaffen.

Unser CRB trauert um einen einzigartigen Menschen, wir werden Ruth Würfel in Ehren und stets in guter Erinnerung halten.

Wolfgang Courage

Fraktionsvorsitzender

 

Hans-Jürgen Neumann

Sehr geehrte Renate Foest,

sehr geehrte Trauerfamilie,

sehr geehrte Trauergemeinde,

 

viele Jahre zu früh haben sich heute Vorstand, Fraktion und Mitglieder des Christlichen Rathausblock Memmingen hier in der Aussegnungshalle eingefunden, um Abschied von unserem ehemaligen Fraktionskollegen und Vorstand Hans-Jürgen Neumann zu nehmen. Die Nachricht von seinem nun doch überraschenden Tod erhielten wir am späten Sonntagnachmittag und macht uns sehr betroffen.

Hans Jürgen ist am 28. Mai 1988 in den Christlichen Rathausblock eingetreten. Dank seines hohen Interesses wurde er sehr schnell als Schriftführer in den Vorstand gewählt. Bereits bei der Mitgliederversammlung am 24. Juli 1990 wurde Hans -Jürgen dann zum Vorsitzenden des CRB gewählt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit standen wichtige kommunalpolitische Themen an. Er war sehr interessiert daran die Durchführung einer Landesgartenschau nach Memmingen zu bringen, dazu wurden unter seiner Regie auch Besichtigungsfahrten in andere Städte organsiert. Parkhausproblematik, Duales System, Stadtteilentwicklungen oder Pflege der Städtepartnerschaft zählten zu wichtigen Aufgabenfeldern. Seine große Sorge galt jedoch immer der Unterstützung älterer und auch wenig bemittelter Bürgerinnen und Bürger.

Im April 1993 wurde Hans-Jürgen zum Bürgermeister der Gemeinde Boos gewählt, einer seiner Herzenswüsche ging in Erfüllung. Sein Amt als Vorsitzender des CRB gab er zurück, blieb aber unserem Christlichen Rathausblock, auch während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Boos eng verbunden. Für mich als sein damaliger nachfolgender Vorsitzender war Hans-Jürgen auch in den Folgejahren ein verlässlicher Gesprächspartner.

Jetzt, im Ruhestand, hatte Hans-Jürgen sein Interesse an der Kommunalpolitik durchaus nicht verloren. Wir hatten gemeinsam schon weitere Pläne, diese wurden ihm nun von höherer Warte aus der Hand genommen.

Mit einigen wenigen Zeilen aus dem Lied "Der Weg" von Herbert Grönemeyer will ich Hans-Jürgen abschließend gedenken

Wir waren verschwor’n, haben füreinander geworben,
hab’n den Regen gebogen, uns Vertrauen geliehn.
Wir haben versucht, auf mancher Schussfahrt zu wenden.
Nichts war zu spät, aber vieles zu früh.

Dein sicherer Gang, deine wahre Geschichte,
deine heitere Würde, dein unerschütterliches Geschick.
Du hast der Fügung deine Stirn geboten.
Hast ihn nicht verraten deinen Plan vom Glück,

Wir gehen nicht weg, haben unsere Frist verlängert.
Neue Zeitreise, offene Welt.
Wir haben Dich sicher in unserer Seele.
tragen Dich bei uns, bis der Vorhang fällt.

Heute nun muss ich Ihnen Frau Foest, der Familie und den Verwandten unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Wir begleiten Hans-Jürgen auf seinem letzen Weg, er wird beim Christlichen Rathausblock in Ehren und Erinnerung gehalten. Als äußeres Zeichen unserer Anteilnahme wird ein Grabschmuck niedergelegt.

Für den Christlichen Rathausblock Memmingen

Wolfgang Courage

Fraktionsvorsitzender

Nachruf Karolina Bossinger

Karolina Bossinger (1933 - 2013)

Nachruf Karolina Bossinger

 * 06.03.1933   † 22.05.2013

Sehr geehrte Trauerfamilien

geehrte versammelte Trauergemeinde        

Fraktion, Vorstand und Mitglieder des Christlichen Rathausblock Memmingen haben sich eingefunden um Abschied von Karolina Bossinger zu nehmen. Den Nachruf, den ich für unsere verstorbene Fraktionskollegin halten darf, beginne ich mit einem Vers.  

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum, denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein, war Teil von unserem Leben.
Drum wird dieses Blatt allein, uns immer wieder fehlen.

 

Karolina Bossinger ist am 15.Dezember 1983 als Mitglied in den Christlichen Rathausblock aufgenommen worden. Ihre christliche Auffassung, ihre intensive soziale Einstellung, ihr unablässiges Wirken für die Schwächeren in unserer Gesellschaft, ihr Drängen nach Verbesserungen für hilfsbedürftige Menschen waren Gründe, die sie seinerzeit zum Eintritt in den CRB veranlasst haben.

 

Bei der Kommunalwahl im März 1984 wurde Karolina mit einem überaus klaren Wählerauftrag als Stadträtin ins Rathaus entsandt. Diesen Wählerauftrag hat sie mit deutlichen Worten und Taten umgesetzt. Ihr Referat hat sie dank ihres hohen Sachverstandes und persönlichen Einsatzes in besonderer Weise ausgefüllt. Beharrlich hat sich Karolina für benachteiligte Menschen eingesetzt. Das nötige Rüstzeug für ihre Stadtratstätigkeit brachte sie mit. Denn über die Grenzen unserer Stadt hinaus war Karolina bekannt für ihre uneigennützige Arbeit für schwerkranke, alte, behinderte oder suizidgefährdete Menschen.

Ihr Einsatz galt auch alleinerziehenden oder Gastarbeitern. Die Kraft für ihre aufopfernde Arbeit holte sie sich aus dem Gebet, für sie war das Gebet wie „ der Schlüssel des Morgens und der Riegel des Abends“

Viele der heute Anwesenden erinnern sich noch an ihr öffentliches Wirken, als sie zum Beispiel Lebensmittelgaben an Bedürftige auf dem Marktplatz verteilte. Auch innerhalb der von ihr gegründeten ehrenamtlichen Sozialhilfeorganisation betreute sie ambulant bis zu 100 alte und kranke Menschen in deren Zuhause.

Suchen wir in ihrem vielfältigen Wirken so finden wir im Verlauf ihres Lebens nachschlagbare Schlagzeilen, die das Bild dieses unermüdlich helfenden Menschen zeichnen. Nur 7 Zeilen will ich herausgreifen:

  • Marktfrau und Samariterin
  • Engel unserer Zeit
  • Unermüdliche Kämpferin
  • Sprudel der Phantasie
  • Beschützerin misshandelter Frauen
  • Christliche Mahnerin
  • Politikerin der großen Taten und der kleinen Worte 

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande war äußeres Zeichen des Respekts unserer Gesellschaft für ihr unermüdliches soziales Wirken. Während der dankenswert langen Jahre ihrer kommunalpolitischen und gesellschaftlichen Tätigkeiten war immer wirklich gute Zusammenarbeit mit Karolina möglich, dafür danken wir.

Dag Hammarskjöld, der 1961 ums Leben gekommene Politiker, der auch aus starker christlicher Überzeugung heraus lebte, hat uns den Satz hinterlassen:

„So dich aber nichts mehr zu trösten vermag denn Gott,
 .... so tröstet er dich auch.“

Nichts fällt uns im Leben so schwer wie das endgültige Abschied-nehmen von einem Menschen, den wir kennen und schätzen gelernt haben, mit dem wir ein Stück des Lebens gemeinsam gegangen sind, dem wir uns persönlich verbunden gefühlt haben. Wir alle, die wir unsere Verstorbene kannten, können deren Lebensideale nur bewundern. Ihr sozial engagiertes Leben umfassend zu beleuchten wäre abendfüllend.

Schließen will ich mit einigen Zeilen aus dem Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer

Wir waren verschwor’n,
wär'n fast füreinander gestorben,
hab’n den Regen gebogen,
uns Vertrauen geliehn.

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet,
hast Verdruss ins Gegenteil verkehrt.
immer bescheiden – deine sanftmütige Güte,
deine unbändige Kraft … Das Leben ist nicht fair.

Wir gehen nicht weg, haben unsere Frist verlängert.
Neue Zeitreise, offene Welt.
Haben dich sicher in unserer Seele.
Tragen Dich bei uns, bis unser Vorhang fällt.

Der CRB trauert um einen einzigartigen Menschen, wir werden Dich in Ehren und guter Erinnerung behalten und ich sage „Lebe wohl“ denn Du wirst in unseren Gedanken weiterleben.

Als Zeichen unseres Mitgefühls hat der CRB dem Sinne unserer Verstorbenen entsprochen und statt Grabschmuck eine Spende dem Sankt Elisabeth Hospizverein Memmingen zukommen lassen.

Wolfgang Courage

Fraktionsvorsitzender